ADHS verstehen – ein erster Schritt zu mehr Klarheit

ADHS hat viele Gesichter – alle Menschen mit ADHS haben eine eigene Geschichte

Was ist ADHS?

ADHS ist eine neurobiologische Normvariante – keine Krankheit. Menschen mit ADHS nehmen die Welt anders wahr, verarbeiten Informationen anders und reagieren oft schneller und intensiver als Menschen ohne ADHS.

Viele Belastungen entstehen aus der mangelnden Passung: Eine Welt, die sich an der neurotypischen Mehrheit orientiert, trifft auf Bedürfnisse und Eigenschaften von Menschen mit ADHS. Dieses Perspektive hilft, Alltagsdynamiken besser zu verstehen und Wege zu finden, die es dir leichter machen.

Wie sich ADHS zeigen kann: Aufmerksamkeit, Impulsivität & Emotionalität

ADHS zeigt sich typischerweise in drei Bereichen: Aufmerksamkeit, Hyperaktivität/Impulsivität und Emotionalität. Dabei kann es sich sehr unterschiedlich äußern: mal deutlicher, mal leiser – oft abhängig von Situation und Umfeld.

So kann sich ADHS zeigen:

  • Schwierigkeiten, die Aufmerksamkeit über längere Zeit zu halten
  • Leichte Ablenkbarkeit
  • Planen und Organisieren fällt schwer
  • Innere Unruhe und der Drang, in Bewegung zu bleiben
  • Starkes Mitteilungsbedürfnis oder Ungeduld
  • Intensive Emotionen und schnelle Stimmungswechsel

Wenn du dein individuelles ADHS-Profil kennst, weißt du, wo du im Alltag ansetzen kannst – damit es leichter wird.

ADHS hat viele Gesichter – wir helfen dir deins zu verstehen

ADHS ist ein Sammelbegriff für unterschiedliche Phänomene. Ausprägungen variieren, weil Umfeld, Erfahrungen und erlernte Strategien mitwirken. Viele Menschen entwickeln mit der Zeit eigene Wege, um den Anforderungen einer überwiegend neurotypischen Umwelt zu begegnen. Außerdem interagieren ADHS‑Eigenschaften mit anderen Persönlichkeitsanteilen – du bist mehr als dein ADHS. Diese Vielfalt erklären wir transparent und beziehen sie in Einschätzungen ein.

  • "Der diagnostische Prozess ist für mich wie ein Dialog: Gemeinsam versuchen wir, alle Facetten deines ADHS zu verstehen und zu benennen. Dabei berücksichtigen wir natürlich auch deine Lebensgeschichte, deine aktuelle Lebenssituation und alle anderen Eigenschaften, die dich ausmachen."

    Dr. Barnabas Ohst Mitgründer bei Keavi

    ADHS mit Blick auf Frauen und nicht‑binäre Personen

    ADHS wird bei Frauen und nicht‑binären Personen oft später erkannt – auch, weil maskierende und kompensierende Strategien (z. B. perfektionistisches Strukturieren, starkes soziales Mitdenken) die dahinterliegende ADHS-Struktur verdecken können. Wir arbeiten geschlechts- und gender-sensibel: Wir hören genau hin, passen unsere Fragen an dich an und haben einen offenen Blick für Erscheinungsformen von ADHS, die nicht in alte Wahrnehmungsraster passen – damit du dich gesehen und verstanden fühlst.

    ADHS‑Test – Selbsteinschätzung als Einstieg

    Du möchtest ein erstes Gefühl dafür bekommen, ob du ADHS haben könntest? Ein kurzer ADHS‑Test kann dir helfen, dein Erleben zu sortieren. Er ersetzt natürlich keine Diagnostik, kann dir jedoch erste Hinweise darauf geben, ob eine umfangreiche diagnostische Abklärung sinnvoll sein kann.

    Wann eine ADHS-Diagnose Orientierung geben kann

    Eine Diagnose kann helfen...

    • ...wenn du dich in Beschreibungen zu ADHS wiederfindest und dir Klarheit wünschst.
    • ...wenn Hinweise von anderen Menschen dich nachdenklich machen.
    • ...wenn Organisation und Planung im Alltag dich regelmäßig überfordern.
    • ....wenn bisherige Erklärungsversuche für Schwierigkeiten in deinem Leben nicht greifen.
    • ...wenn du eine formale Diagnose für Studium, Arbeit oder die Beantragung von Unterstützung brauchst.

    Was dir eine Diagnose ermöglichen kann

    Mehr Selbstverständnis. Bewusstere Entscheidungen im Alltag und Beruf. Zugang zu passender Unterstützung.

    Konkret hilft dir eine Diagnose, dein Muster aus Aufmerksamkeit, Impulsivität und Emotionalität zu benennen und daraus passende Strategien abzuleiten – z. B. für bessere Fokussierung und Planung, Energie‑Haushalt und Reiz‑Management. So triffst du Entscheidungen, die zu dir und deinem Alltag passen.

     

    ADHS-Diagnostik bei Keavi

    Wenn du über eine Diagnostik bei uns nachdenkst, kannst du hier mehr über den Ablauf und die Kosten erfahren. Oder direkt eine Anfrage an uns schicken.

    Häufige Fragen zu ADHS

    Hier findest du kurze und klare Antworten.

    Hinweise auf ADHS können sein: Konzentrationsprobleme, hohe Ablenkbarkeit, innere Unruhe, Organisationsschwierigkeiten, schnelle Stimmungswechsel.

    Wichtig: ADHS gibt es in vielen unterschiedlichen Ausprägungen – es kann sich daher auch in anderer Form zeigen.

    ADHS wird in der Regel von Psychotherapeut*innen oder Ärzt*innen diagnostiziert.

    Du kannst direkt über unsere Website eine Diagnostik-Anfrage stellen – eine Überweisung ist nicht nötig.

    Der Kern der ADHS-Diagnostik ist ein strukturiertes Interview, das im Rahmen mehrerer Sitzungen durchgeführt wird.

    Zusätzlich werden mit digitalen Fragebögen Informationen zu deiner Lebensgeschichte und zu Merkmalen, die mit ADHS zusammenhängen können, erhoben.

    Wenn verfügbar, werden deine Grundschulzeugnisse ausgewertet.

    Nach Möglichkeit bringt eine dir nahestehende Person ihre Perspektive in die Diagnostik mit ein.

    Am Ende erhältst du einen ausführlichen Befundbericht, den du z.B. bei Bildungseinrichtungen und Ämtern vorlegen kannst.

    Viele der diagnostischen Kriterien sind auf männliche Erscheinungsformen von ADHS ausgerichtet.

    Bei Frauen und nicht-binären Personen zeigt sich ADHS häufig anders und fällt deswegen oft weniger auf.

    Mittlerweile nimmt das Bewusstsein für unterschiedlicher Erscheinungsformen von ADHS zu.

    Ja, ein kurzer Online-Test kann dir erste Hinweise geben, ersetzt aber natürlich keine Diagnostik.

    Auf der Keavi-Webseite findest du einen ADHS-Selbsttest, den du ohne Angabe von Daten durchführen kannst.

    Eine ADHS-Diagnose schafft Klarheit und kann es ermöglichen, Strategien gezielter einzusetzen. Sie eröffnet Zugang zu Unterstützungsangboten und Nachteilsausgleichen. Zudem ist sie die Grundlage für die Verschreibung von ADHS-Medikamenten.

    ADHS ist keine Krankheit und kann daher nicht "geheilt" werden.

    Eine Psychotherapie kann helfen, einen Umgang mit Schwierigkeiten und Belastungen im Zusammenhang mit ADHS zu finden.

    Zudem können ADHS-Medikamente eine Entlastung im Alltag bringen. Diese können dir von Psychiater*innen verschrieben werden.

    Noch nicht alle Fragen beantwortet?